NoBMW Ausflug 2026 Irland

Tag 1:

Deizisau – Calais

Am 24.06. starteten um 6:30 Graul, Ede, Heinz, Wuschel, Pille und Tex mit zwei amerikanischen Eisenhaufen, einer bayerischen Gummikuh, zwei japanischen Reiskochern und einer italienischen Diva zum NoBMW Ausflug 2026 nach Irland. Wir hatten an diesem Tag läppische 740 km vor uns. Nach ereignisloser Fahrt über Deutschlands, Belgiens und Frankreichs Autobahnen, bei schlappen 41 Gard im Stau in der Brüsseler Innenstadt, erreichten wir um 19 Uhr unser Ziel in Calais. Jeder hatte ungefähr 4-5 Liter Wasser konsumiert, ohne jemals aufs Klo zu müssen.

Tag 2:

Calais – Stonehenge

Morgens um 6 ging es dann zur Fähre nach Dover. Das Frühstück, bestehend aus einem schlechten Kaffee und einem almost full English breakfast, haben wir dann auf der Fähre eingenommen. Bei der Einfahrt in den Hafen von Dover konnten wir die berühmten Kreidefelsen begutachten, da gab es bestimmt auch eine Ecke, wo unsere Grundschullehrerin Frau Übele ihre Tafelkreide abgebaut hat. An diesem Tag mussten wir bis nach Stonehenge, wir wurstelten uns erstmal durch ein paar Englische Landstraßen, um uns an den Linksverkehr (Look Right!) zu gewöhnen. Um 16:30 hatten wir einen Slot in Stonehenge gebucht, allerdings war Stonehenge geschlossen, da bei der Hitze bereits ein paar Leute umgekippt waren. Auf ein paar Um wegen über Schotterstraßen haben wir uns dennoch angenähert, so dass wir die Steinchen in Augenschein nehmen konnten. Wie es sich für gute Touristen gehört, haben wir auch ein Graffiti hinterlassen, dazu mussten wir aber die Security mit einem Guiness bestechen. Danach hatten wir unseren ersten anständigen Pub Besuch. Der Wirt fragte uns, woher wir denn kommen und weil noch zwei deutsche Ehepaare da waren, sprach er von einer „German Invasion“. Daraufhin antworteten wir: „Last time we lost, this time we win”. Was er Gott sei Dank nicht richtig mitbekommen hat.


Tag 3:

Stonehenge – Waterford

Nach einer durchschnarchten Nacht im 6er Zimmer machten wir uns auf zur Fähre in Fishguard. Bis dorthin hatten wir einen Temperatursturz um 20° sowie auffrischendes Wetter (auf Deutsch: Regen) zu verzeichnen. In Fishguard durften wir dann unser erstes Mal Fish and Chips zu uns nehmen. Danach 3 ½ Stunden Überfahrt nach Rosslare und Weiterfahrt nach Waterford, wo wir unser B&B in Beschlag nahmen.  Danach Standardprogramm, Pub 1 Goeff‘s Essen, Pub 2 The Reg Live Musik und Bier. Irland ist wie man weiß, das Land der Dichter und Barden. Dies lässt sich leicht an der Harfe auf dem Guinessglas erkennen (Guiness dichtet und die Harfe für den Barden)

Tag 4:

Waterford – Killarney

Am nächsten Morgen durften wir den freundlichen Harley Händler in Waterford kennenlernen, wir wollten unbedingt den Preis für eine neue Batterie erfahren (und bezahlen). Kaum eingebaut, ging es weiter.  Die direkte Strecke nach Kilarney, unserem heutigen Tagesziel betrug nur ca. 170 km, so dass wir noch einen Umweg zum Rock of Cashel eingebaut haben.
In Kilarney haben wir dann unsere Wirtin aus ihrem Haus vertrieben und dieses in Beschlag genommen. Zum Abendessen ging’s dann in die Kantine und dann ließen wir den Abend bei Live Musik in einem Pub ausklingen, wo wir noch das eine oder andere Schnitzel (Guiness) zu uns nahmen. Auf dem Heimweg trafen wir dann auf eine menschliche Jaqueline („lass no raus Jaqueline“).

Tag 5:

Ring of Beara

Für diesen Tag hatten wir uns den „Ring of Beara“ vorgenommen. Den Ring of Kerry wollten wir wegen der vielen Reisebusse vermeiden. Von Kilarney aus ging es zum Ladies View im Killarney-Nationalpark für das perfekte Postkarten-Foto und zum Frühstück mit Apple Pie. Wuschel hatte dazu seine Anglerhose angezogen. Weiter zum eigentlichen Ring of Beara, an der Atlantikküste entlang. Bis zur Landspitze gegenüber der Insel Dursey, von hier sind es noch 4950 km bis New York. Rückweg über den atemberaubenden, engen und kurvenreichen Healy Pass. Keine Busse und Asphalt pur.

Tag 6:

Kilarney – Galway

Der 6te Tag führte uns von Kilarney nach Galway. Nachdem wir bereits an den vorherigen Tagen festgestellt hatten, dass jedes Navi seine eigene Strecke fährt, konnten wir heute eine andere Lebensweisheit bestätigen: Lesen bildet – und das gilt auch für Verkehrszeichen!  Die Cliffs of Moher waren als Zwischenziel ausgegeben, dazu mussten wir in Tarbert mit der Fähre über den Shannon. Ede durfte mit seinem Eigenbau-Helm-Navi vorausfahren. Personen, die des Lesens mächtig sind, wurden hinten eingereiht, und die sind dann auch richtig zu den Cliffs abgebogen. Die Voraus- und Hinterherfahrer wurden auch noch eingefangen und sind ebenfalls am Parkplatz zu den Cliffs angekommen. Ausnahmsweise haben wir dann auch die Tickets gekauft (Schwaben halt – Sparen heißt nicht ausgeben).

Dann ging jeder nochmal aufs Klo und danach ging es flott nach Galway in unser AirBnB. Zum Abendessen hatten wir uns das älteste Pub von Galway ausgesucht, aber alles war voll, ebenso alle anderen von uns aufgesuchten Etablissements. So gab es leider nur Sägemehlburger vom Schachtelwirt mit dem Möwenemblem. Das tägliche Schnitzel nahmen wir dann in unserem Nachbarspub ein. Erstaunliches über Irische Pubs: Bei einer 5 m breiten Front zur Straße öffnet sich das Pub nach Betreten zur Größe eines Fußballfeldes, und alles ist komplett voll (in jeder Hinsicht).

Tag 7:

Connemara Nationalpark

Bei der Rundfahrt durch den Connemara Nationalpark haben wir dann festgestellt, dass eine 2026er Street Glide ein schlechteres Fahrwerk hat als der 35 Jahre alte Ludwig. Bei der Fahrt durch die einsamen Schafweiden, wurde uns auch klar, warum die Iren das Kondom erfunden haben; die Engländer haben das dann verfeinert und das Schaf außen rum weggelassen. Wir sind dann zu unterschiedlichen Zeiten in Guys Pub in Clifden zu einer Seafood Mahlzeit eingetroffen, Grund war, dass wir vergessen hatten die Rückspiegel zu benutzen. Bei einigen bestand dann Seafood aus einem Boeuf Stroganoff. Danach ging es auf der Sky Road (nachdem wir sie gefunden hatten) an der Atlantikküste entlang, eine schmale, mauergesäumte Küstenstraße mit Achterbahn-Feeling und genialer Aussicht.
Von der Sky Road ging es weiter über wellige, kurvige Landstraßen zur Kylemore Abbey, das weltberühmte, wunderschöne Benediktinerinnenkloster direkt am Seeufer, und zurück nach Galway. Am Abend dann in unser Nachbarpub. Wir danken der deutschen Fußballnationalmannschaft, dass sie uns dann von diesem Abend ab weitere lange Pub Nächte ersparen wollte.

Tag 8:

Galway – Dublin

Unser Ruhetag, es ging relativ entspannt von Galway nach Dublin (wir hatten gelesen, das sei die hässlichste Stadt der Welt, aber Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters). Neueste Lektion im Linksverkehr: Kommt dir auf der Straße eine Beschriftung entgegen, die auf dem Kopf steht, dann wechsle die Fahrspur. Das Vermeiden von Mautstraßen und die neue Navioption „Unbewohnte Straßen vermeiden“ bringt erstaunliche Straßenführungen zustande, so dass wir erst gegen 18 Uhr in Dublin vor dem Trinity College standen und keine Ahnung hatten, wo unser Quartier wohl wäre.
Nachdem auch dieses Problem gelöst war und wir unsere Zimmer im Studenten-wohnheim bezogen hatten, gings zum allabendlichen Pubausflug, vorher buchten wir das obligatorische Hop on-Hop off Ticket für den nächsten Tag.

Tag 9:

Dublin

Pünktlich um 8 ging es zum Bus, den wir bei Station 7 an der Guiness Brauerei verließen. Dort hatten wir eine „self-guided Tour“ mit einem Gratis-Schnitzel gebucht. Von Brauerei Betrieb kann allerdings keine Rede sein, das ist eine reine Showveranstaltung, wo man trotzdem einiges auch historisches über die Guiness Brauerei erfährt. Z.B. wurde für das Gelände ein Pachtvertrag über 9000 Jahre abgeschlossen. Nach dem Motto kein Bier vor Vier (irgendwo ist es immer nach vier) vertilgten wir unser Schnitzel und weiter ging es mit dem Bus, dem wir gegen 11 an der Temple Bar entstiegen.  Dort fanden wir viele Pubs, die mit dem Preis “beste Touristenkneipe 2024“ usw. ausgezeichnet waren, uns war klar, hier werden wir nicht beschissen. Die beste davon war tatsächlich die Temple Bar, knalle voll, Live-Musik und das Bier für lächerliche 12€, ein Schnäppchen. Was uns nicht davon abhielt, dieses Viertel auch am Abend aufzusuchen und das Ausscheiden unserer Österreichischen Nachbarn im Pub zu beobachten.

Tag 10:

Dublin – Holyhead – Dover

Der Wecker klingelte um 4:30 (diese Uhrzeit bitte merken), nach der spärlichen Morgenhygiene war um 5:30 Abfahrt zur Fähre angesagt. Auf dem Weg dahin schlug die Elektronik der Gummikuh zu und behauptete, der Reifendruck wäre nicht in Ordnung. Luft tanken und dann auf die Fähre. In England bestätigte sich, dass die Elektronik nicht gelogen hatte, Heinz hatte sich eine Irischen Hufnagel für den Huf seiner BMW zugelegt, allerdings in einer ungünstigen Position. Mit Reifenpilot haben wir uns 60 km zu einem BMW Händler durchgeschlichen, um festzustellen, dass der nur Autos kann. Das sehr freundlich Personal hat aber so lange herumtelefoniert, bis man uns einen Motorradhändler in der Nähe nannte, der tatsächlich einen neuen Reifen auf Lager hatte und den auch im Eiltempo aufgezogen hat. Danke dafür. Den Rest des Tages verbrachten wir auf Englands Autobahnen, von Holyhead nach Dover schlappe 620 km. Ankunft gegen 21:30, danach mussten wir noch Uber Eats für eine schlechte Pizza bemühen.

Tag 11:

Dover – Prüm

Ereignislose Autobahnfahrt in die Eifel mit Übernachtung und Abendessen in einer Brauerei Gaststätte (mmh, Deutsches Bier)

Tag 12:

Prüm – Deizisau

Heimfräsen auf Deutschlands Autobahnen und Abschluss in der Rettichbar. Insgesamt haben wir ca. 4200 km auf dem Bike hinter uns gebracht. Es gibt doch noch Motorradfahrer im MC Deizisau.